Das Fehdewesen

Das im Mittelalter weit verbreitete Fehdewesen diente als Mittel zur Durchsetzung ritterlicher Interessen. Fehden waren in den wenigsten Fällen direkte Kämpfe zwischen den einzelnen Rittern. Sie wurden hauptsächlich am Besitz des jeweiligen Feindes ausgetragen. Ziel war es möglichst viel Beute zu machen. Man versuchte dies indem man die Leibeigenen Bauern des einzelnen ausbeutete und so viele Gefangene wie möglich machte um anschließend Lösegeld zu erpressen.

Das Fehdewesen war ursprünglich ein Selbsthilferecht der Ritter, da die öffentliche Gewalt nicht fähig war, Recht und Frieden zu garantieren. Das Fehdewesen verkam aber im Laufe der Zeit immer mehr zu Raubzügen. Der Schlossherr Götz von Berlichingen betrieb das Fehdewesen professionell und brachte es auf diese Weise zu enormem Reichtum.

Zum Fehdewesen gehörte auch der Zweikampf. Bei solchen Meinungsverschiedenheiten war am Ende immer der im Recht, der den Zweikampf gewann. Die Menschen im Mittelalter sahen den Ausgang eines Zweikampfes als eine Art Gottesurteil an. Der körperlich stärkste war also folglich auch immer der gläubigste und bravste.