Ihre fiktive Geschichte

Im Jahre des Herrn 1301, am 17ten Tage des Monats März wurde Celia (auch Selina genannt) Kuonrât im Ort Hermannis Kellede (Hermeskeil) als Tocher der Martina und des Lars, ein Ratgeber des Wildgrafen zur Grimburg, geboren.
Sie wuchs in relativ guten Verhältnissen auf. Mehr als Bauern, jedoch weit weniger als der Aldel, besaßen sie. Durch seine Aufgaben als Ratgeber auf dem Gerichtsort Grimburg hatte Lars ein regelmäßiges Auskommen. Alles war schön bis zu dem Unglückstag im Jahre 1310.
Wiederum versammelten sich viele Leute um Gericht zu halten auf der Grimburg. Vor 3 Jahren wurde Balduin von Luxemburg Erzbischoff zu Trier und einer der sieben Kurfürsten im Reich. Ein bedeutender Mann...und eben dieser wollte an diesem Tag, es war ein sonniger Tag im August, seinem Wildgrafen und nun auch Amtmann beiwohnen, um sich ein Bild von dessen Fähigkeiten als Rechtssprecher zu machen.
Selina, mittlerweile 9 Jahre alt, vergnügte sich dabei, den Gauklern und anderen fahrendem Volk zuzusehen, wie sie im Vorhof der Burg die Menschen unterhielten. Seit sie denken konnte, liebte sie das Spektakel.
Im Burginnenhof wurden die letzten Vorbereitungen erledigt, um das ganze so prunkvoll wie möglich zu machen, eines Besuchs des Erzbischoffs eben würdig. Lars inspizierte zusammen mit seinem Wildgrafen die Zierde zu Ehren Balduins an Wänden und Mauern. Eine Stelle war zu karg, sollte doch dort Balduins selbst sitzen. So lies er schnell durch Handwerker ein Gerüst errichten, um über der Stelle noch schnell ein kurtrierer Banner anbringen zu lassen. Eifrig und schnell waren sie am Werke. Lars stand am Fuße des Gerüstes und seine Frau kam zu ihm um ihn ein wenig mit Wasser verdünnten Wein zu bringen. In diesem Moment geschah es. Der Handwerker oben auf dem Gerüst verlor das Gleichgewicht, fiel fast vom Gerüst, konnte sich aber am Rand festhalten. Dies jedoch war zuviel für die Bänder, die schnell an Mauervorsprüngen befestigt wurden, damit die Arbeit zügig getan sein sollte. Sie rissen und das Gerüst fiel in den Burghof. Der Handwerker selbst brach sich das Genick als er zu Fuße der großen Eiche aufschlug. Das Gerüst begrub ihn.
Alle rannten hin um das Gerüst von dem Handwerker zu heben und ihm zu helfen aber es war zu spät. Erst dann bemerkte der Wildgraf das Fehlen von Lars. Lars und seine Frau wurden etwa in der Mitte des Gerüsts, unter demselben begraben, gefunden. Der Wildgraf war am Boden zerstört. Es sollte ein besonderer Tag werden. Nun das. Zum gleichen Zeitpunkt traf der Erzbischoff ein. Sofort wurde er vom Pöbel informiert und begab sich eilends in den Burghof. Er selbst salbte die sterbenden Eltern von Celia, nahm ihnen die Beichte ab und versprach Lars, sich um dessen Tochter zu kümmern.
Celia verstand die Welt nicht mehr. Ihre Eltern waren fort, ein Fremder Mann der Kirche kümmerte sich fortan um sie, meinte oft "es sei auch seine Schuld" und er müsse seine Sünde tilgen.... Aber er war ein guter Herr. Kein Vater, aber ein Ratgeber. Celia durft in Trier im Gefolge von Balduin bleiben. So lernte sie sein Tun als
Kurfürst kennen. Oft war sie mit ihm im Tross unterwegs, wenn er auf Reisen ging. Er förderte sie sogar, indem er sie ermunterte, doch in den Pausen auf den Reisen ihre Lieblingsbeschäftigung, der Gauklerrei, den Mitreisenden zu zeigen. So eigenete sie sich immer mehr Geschick bei der Jonglage an, bis sie es sogar wagte, mit Feuer zu spielen.
Im Jahre 1320 kamen zwei Adelige in die Basilika zu Trier. Ein Ire, Stephen von Atzenstein (seine Ahnen kamen aus der kurpfälzischen Gegend, daher der deutsche Name) und seine Frau, Lore zu Ysenburg. Da ein Ahne von Stephen als Templer der Kirche diente und Lore dem Geschlecht der zu Ysenburg entstammt (welche zum Teil auch im Dienste Balduins standen), suchte Balduin nach einer Aufgabe für Stephen. Bald kam er darauf, ihn als Landvogt einzusetzen, hatte er doch die Ritterwürde und war ein Lord, also ein Freiherr. Seine Aufgabe sollte es sein, wie Balduin selbst, von Burg zu Burg, von Amtssitz zu Amtssitz zu ziehen und die Amtmannen und Burggrafen zu besuchen, deren Probleme aufzunehmen oder sie gar zu tadeln.
Nur kannte Stephen sich nicht allzusehr aus im Reiche Balduins. Da kam Balduin auf die Idee, Celia, sie kannte sich mittlerweile hervorragend im Land aus, ihnen als Bedienstete zur Hand zu geben. Sie ist fleissig und fähig im Tross mitzuarbeiten. Dazu bereitet sie durch die Gauklerrei allen ein Lächeln. Sie solle also die erste im Gefolge des von Atzenstein werden und ihm und seine Angetraute beratend zur Seite stehen. Von da ab an war Celia im Gefolge von Atzensteins unterwegs und erwarb sich schnell ihre Feundschaft.